FAQ

Häufig gestellte Fragen

Agri-Photovoltaik oder auch Agri-PV ist ein Verfahren zur Solarstrom-Gewinnung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, das weiterhin die Erzeugung von Nahrungs- oder Futtermitteln erlaubt. Diese noch junge Form der erneuerbaren Energieerzeugung hebt die zunehmende Konkurrenz bei Flächen zwischen Land- und Energiewirtschaft auf. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zu mehr Klimaschutz und Ernährungssicherheit. Gleichzeitig stärkt die Agri-PV Landwirte, indem sie ihnen zusätzliche Einkommensmöglichkeit durch die Erzeugung von Ökostrom ermöglicht.

Eine doppelte Ernte also, die aber noch einen weiteren wichtigen Nutzen besitzt: Durch die Teilüberdachung der Kulturpflanzen wird die Ernte besser vor zu starker Hitze, Starkregen, Hagel und Frost geschützt. Gerade bei empfindlichen Kulturen wie Beeren macht sich dieser zusätzliche Schutz mit Blick auf den Klimawandel bemerkbar, während bei vielen anderen sogar ein Mehrertrag erwirtschaftet werden konnte.

Wertvoller Ackerboden bleibt bei Agri-PV immer eine landwirtschaftliche Fläche, die aber einen zweiten Ertrag in Form von Strom abwirft. Das ist der entscheidende Unterschied zu einer Freiflächen-PV, die keine Doppelnutzung erlaubt: Unter einer Freiflächenanlage kann keine Landwirtschaft mehr betrieben werden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass die Umwidmung des Bodens zur Gewerbefläche entfällt. Das erleichtert Genehmigungen und bietet auch steuerliche Vorteile. Die Agri-PV stellt damit einen wichtigen Baustein für den in den kommenden Jahren geplanten Ausbau der Photovoltaik um 80 Prozent dar, da schon heute die verfügbaren Flächen für die klassische Freiflächen-PV knapp werden.

Mit unseren Anlagen versiegeln wir keinen Boden, da bei uns eine patentierte Technik zum Einsatz kommt: Der Spinnanker. Diese Unterkonstruktion ermöglicht die Errichtung der Anlage, ohne Beton-Fundamente in den Boden einzulassen. Während für die Aufständerung der Module 15 Prozent Flächenverlust zulässig sind, kommt unser Anlagekonzept dank dieser Technologie mit nur 8-10 Prozent aus. Ein Vorteil auch für die Biodiversität, weil wir einen großen Teil dieser Flächen durch Blühstreifen wieder kompensieren können.

Landwirte sollen möglichst optimal unsere Ernährung sichern, während wir gleichzeitig grünen Strom erzeugen wollen. Indem unsere PV-Anlagen beides auf derselben Fläche ermöglichen, können im Ergebnis nicht weniger, sondern mehr Nahrungsmittel produziert werden. Weil weniger Fläche zur Energieerzeugung verloren geht. Als Mehrwert schützen wir die Landwirtschaft vor Ernteausfällen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden. So entsteht eine Win-Win Situation zwischen Ernährungssicherheit und Energiewirtschaft.

Die Pflanzen sind nie vollständig überdeckt, so dass sich der Ertrag grundsätzlich über den Grad der Verschattung steuern lässt. Es laufen aufgrund des hohen Potentials, den Agri-PV bietet, weltweit viele Untersuchungen dazu, um langfristigere Aussagen dazu treffen zu können. In Deutschland beschäftigt sich etwa das Frauenhofer-Institut damit, mit dem wir in engem Austausch stehen.

Bifaziale, also lichtdurchlässige Glas-Glas-Module, wie wir sie verwenden, haben sich für homogenes Lichtmanagement und hohe Energieausbeute besonders bewährt. Bei schattentoleranten Pflanzen wie etwa Kartoffeln oder Spinat konnte sogar ein Mehrertrag beobachtet werden. Auch empfindliche Obstkulturen vertragen sich gut mit der Agri-PV, die zudem die Ernte vor Hitzeschäden und anderen Wetterextremereignisse schützt, wie sie inzwischen auch bei uns immer häufiger auftreten.

Das Konzept unserer Anlagen-Typen wurde in enger Abstimmung mit Landwirten und Maschinenringen entwickelt. Wurde bei unserer ersten Pilotanlage noch eine Spannweite von 12 Metern gewählt, hat die Erfahrung gezeigt, dass diese Spannweite nur für kleine Betriebe reicht. Bei neuen Version haben wir uns für 18 Meter Durchfahrtsbreite und 6 Meter Durchfahrtshöhe entschieden. Damit können die meisten konventionellen landwirtschaftlichen Großgeräte genutzt werden.

AgroSolar Europe konzentriert sich auf Agri-PV und wir erleben, wie viel Wissen für die Kombination aus Landwirtschaft und Solarenergie notwendig ist. Daher wollen wir uns konzentrieren. Nichtsdestotrotz können mit unseren Anlagen auch Parkplatze überdacht werden. Das übernimmt aber unser mit 30 Jahren Erfahrung am Markt arbeitender Gesellschafter Hilber Solar.

Bei der Überdachung von Autobahnen sind noch viele Sicherheits- und Praxisaspekte zu bedenken, die derzeit noch untersucht werden. Diese reichen von möglichen Fahrzeuganprall-Szenarien bis zu Fragen der Wartung oder Schneeräumung. Ab einer Länge von 80 m wäre die Tragekonstruktionen zudem ähnlich wie Tunnel einzustufen, weshalb die Konstruktion höheren Sicherheitsansprüchen genügen müsste, was die Kosten wiederum verteuern würde. Aber auch das behalten wir mit unserem Partner Hilber Solar im Blick.

Wir unterstützen den konsequenten Ausbau der Solartechnologie. Das heißt wir befürworten auch den konsequenten Ausbau von Dachflächen mit Solartechnologie. Die deutsche Bundesregierung will die Photovoltaik bis 2030 um 80 Prozent auf 200 Gigawatt ausbauen. Nicht jedes Dach ist für den Ausbau mit Solar geeignet, genauso wie nicht jede landwirtschaftliche Fläche für Agri PV geeignet ist. Daher braucht es einen Mix aller solarer Möglichkeiten. AgroSolar Europe hat sich auf das Thema Agri PV spezialisiert, um sein Stück beim der Energiewende beitragen zu können.